13. Mrz 2021

10 Jahre Fukushima

10 Jahre Fukushima © rethink-recycle.net (Kohlekraftwerk Hamm, 2019)

Auch heute sind noch weite Gebiete um Fukushima kontaminiert und die Folgen der Katastrophe sind längst nicht beseitigt. Und doch setzt Japan weiter auf Atomkraft…?!?

Seit 10 Jahren müssen die Reaktoren weiterhin mit Wasser gekühlt werden. Dadurch werden täglich 180.000 Liter Wasser radioaktiv verseucht. Bisher wird es in großen Behältern aufbewahrt, da aber der Platz knapp wird, hat die japanische Regierung beschlossen es nach und nach ins Meer zu leiten. Auch über 900 Tonnen geschmolzener Brennstoff und hoch radioaktive Trümmer müssen noch geborgen werden.

Menschen sind nicht perfekt und sie bauen keine perfekten Geräte, so dass die Natur auf die eine oder andere Weise immer einen Weg finden wird uns unseren Kontrollzwang vor die Füße zu werfen.

Ist es – in Anbetracht solch fataler und langwieriger Folgen für Mensch und Umwelt – wirklich vertretbar Strom aus Atomkraft zu beziehen?

Atomkraftausstieg und Klimakrise

Viele Atomkraft-Befürworter sind der Auffassung, dass der deutsche Ausstieg aus der Atomenergie zu Zeiten des Klimawandels ein schwerer Fehler sei. Denn Atomkraft ist CO2-arm und sei somit ein gutes Werkzeug, um die Klimaerwärmung besser bekämpfen zu können.

Doch was nähme man dafür in Kauf und ist Atomenergie WIRKLICH sauberer und billiger?! (Siehe dazu auch die WDR-Doku ganz unten)

Mit Atomkraft riskiert man nicht weniger als das Leben von Millionen von Menschen und das Wohlergehen von zukünftigen Generationen. Mal ganz abgesehen von anderen Lebewesen und pflanzlichen Organismen.
Und das nicht nur durch mögliche Katastrophenfälle: Ein tatsächliches „Endlager“ für Atom-Müll gibt es nicht. Denn wer kann schon eine sichere Lagerung des radioaktiven Mülls von über einer Million Jahre garantieren?!?
Die Vorstellung eines Endlagers ist also reine Augenwischerei und verschiebt das noch immer ungelöste Entsorgungsproblem lediglich weiter in die Zukunft, schließlich kann man sich damit ja auch ganz einfach der eigenen Verantwortung entledigen.

Und auch der Rückbau von Atomkraftwerken ist ein großes und kostenintensives Problem, das oft verschwiegen wird und mit dem noch etliche Generationen beschäftigt sein werden…

Ja, Deutschland ist aus der Atomkraft ausgestiegen, doch viel zu viele Länder weltweit setzen weiterhin auf Atomenergie. Darunter unsere direkten Nachbarländer (z.B. AKW Tihange), was im Ernstfall auch schwere Konsequenzen für die deutsche Bevölkerung haben kann.
Das Thema ist also noch längst nicht vom Tisch.

Was DU tun kannst?

Neben dem Üblichen wie darüber zu reden, andere Leute darauf aufmerksam zu machen, Petitionen zu unterschreiben, zu Demonstrationen zu gehen und Ähnliches, kannst nachfolgende Dinge tun:

Wechsle zu einem Ökostrom-Anbieter!
Dieser Wechsel allein hat einen riesigen Einfluss auf deinen ökologischen Fußabdruck.

Nutze Strom bewusst.
Ja, auch im Jahr 2021 sollte man sich überlegen, ob man gewisse Elektrogeräte tatsächlich braucht. Zwar sind viele davon auch wesentlich effektiver geworden, doch die schiere Menge an Elektrogeräten, die tagtäglich verwendet werden (u.A. auch für Internetdienste), fressen enorm viel Strom.
Und wenn man mal ehrlich darüber nachdenkt, dann ist die Erzeugung von Strom und der Streit darum nur deshalb ein so großes Problem, weil wir in allen Bereichen (ob im privaten oder öffentlichen Raum oder in der Produktion und Dienstleistung) so viel Strom verbrauchen… 😉

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