22. Nov 2022

Brauchen wir Wirtschaftswachstum?

Nahaufnahme eines leblosen Steingartens mit einem unecht aussehenden, kreisrunden Busch. Ein toter Garten des Grauens.
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YouTube-Video "Brauchen wir Wirtschaftswachstum? | 42 - Die Antwort auf fast alles" by ARTEde (2022)

„Wir Lebewesen – Menschen, Tiere, Pflanzen – hören irgendwann auf zu wachsen. Bei der Wirtschaft ist das anders. Sie wächst und wächst und wächst. Doch damit wachsen auch unsere Kleider- und Müllberge. Und der Meeresspiegel. Sechs von neun planetaren Grenzen haben wir überschritten. Müssen wir also unsere Wirtschaft mal runterfahren? Oder brauchen wir etwa Wirtschaftswachstum?

Es ist seltsam: Wir leben im Widerspruch. Die meisten Regierungen der Welt versprechen Wohlstand durch Wirtschaftswachstum. Gleichzeitig führt Wachstum zu Klimakrise, Artensterben, Abholzung und acht Millionen Toten im Jahr wegen Umweltschäden. Die Schäden kamen schon kurz nach Beginn des Phänomens auf. Ab den 50er Jahren wächst die Wirtschaft, ab den 60ern wächst aber auch der Müll, Flüsse sind vergiftet, in Industriegebieten verstaubt die Sonne. 1972 veröffentlicht der Club of Rome die Studie „Die Grenzen des Wachstums“. „Wenn wir das Wachstum nicht mit eigenen Maßnahmen verlangsamen, wird die Natur das für uns tun“, erklärt Autor Dennis Meadows.
Unser Fokus auf Wirtschaftswachstum, also einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, ignoriert die Kosten an Natur und Mensch. So stieg bei der Ölpest im Golf von Mexiko das Bruttoinlandsprodukt der USA wegen der Reinigungskosten, doch Mensch und Natur erlitten Schäden. Das Bruttoinlandsprodukt misst außerdem nur bezahlte Arbeit, keine unbezahlte wie Hausarbeit, Familienarbeit, Ehrenamt oder Selbstversorgung. Ob es uns gut geht, wir genug haben, alles gut teilen – darüber sagt das Bruttoinlandsprodukt nichts aus. Wie kommen wir aus dem Dilemma heraus? Unsere staatlichen Einnahmen hängen aktuell vom Wirtschaftswachstum ab. „Wenn das einbricht, sind Jobs gefährdet, Steuereinnahmen, Sozialversicherung“, erklärt Ökonomin Irmi Seidl, und grünes Wachstum ist laut Studien gescheitert, weil auch mit neuen Technologien der Ressourcenverbrauch steigt. Müssen wir also alles mal runterfahren – und geht das weltweit?“

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→ mehr zum Thema „Wachstum“

Hartmut Rosa bei Jung & Naiv

Dazu passend auch ein gutes Jung & Naiv Interview mit Hartmut Rosa über Wachstumszwang, Kapitalismus, Resonanz, Religion und unsere permanente Unzufriedenheit…
→ „Soziologe Hartmut Rosa – Jung & Naiv: Folge 611“ (YouTube)

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5. Jun 2017

Wachstum

„Mehr Wachstum!“ – diese Forderung ist besonders in Zeiten von Wirtschafts-, Umwelt- und Finanzkrisen beliebt, denn die amerikanische Immer-mehr-Ideologie gilt weltweit als Garant für eine gesunde Ökonomie. Doch wie zeitgemäß ist dieser Mythos noch – angesichts immer knapperer Ressourcen weltweit? Dieser Frage gehen die Filmemacher von „Wachstum, was nun?“ auf den Grund – und zeigen Alternativen auf, die sich bereits vielerorts in der Praxis bewährt haben.
 
So machen sich immer mehr Experten für ein Ende des grenzenlosen Wachstums stark. Nahrungsmittelproduktion, Energieverbrauch und Geldkreislauf müssen wieder unter Kontrolle gebracht werden. Im Norden und Süden der Welt experimentiert man mit neuen Wirtschaftsmodellen und erzielt inzwischen erste Ergebnisse. So zeichnen sich neue, umweltbewusste und regionalisierte Modelle ab, die für absehbare Probleme wie Klimawandel, Mangel an fossilen Brennstoffen und Finanzkrisen besser gewappnet sind. Oft werden sie sogar von den lokalen Behörden bereits unterstützt.
 
Um etwas zu verändern, müssen Produktion und Arbeitsplätze in die Heimatregionen zurückgeholt werden. Das ermöglicht vielen Initiativen und Kooperativen die Möglichkeit, ihren Platz zurückerobern und die Bedeutung von Reichtum neu zu definieren. „Wachstum, was nun?“ zeichnet anhand von Experten und konkreten Beispielen das Bild der neuen Post-Wachstums-Gesellschaft.

Arte

→ „Wachstum, was nun?“ (Arte-Doku aus dem Jahr 2014)

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14. Nov 2016

Überfällig? - die Idee vom ewigen Wachstum

Im philosophischen Radio auf WDR5 lief letztens eine Sendung mit Niko Paech, die zum Nachdenken anregt…

 

Die Krisensymptome des Kapitalismus deuten darauf hin, dass unser Wohlstandsmodell wegen seiner chronischen Wachstumsabhängigkeit nicht mehr zu retten ist. Ein keineswegs bloß regionales Problem, sondern vielmehr eines, dass durch die Globalisierung weltumspannend anliegt. Der Wohlstand, sagt Nico Paech, ist zu schwindelerregender Höhe aufgetürmt – und er droht zusammenzufallen wie ein Kartenhaus. Unser Reichtum im Prinzip des ökonomischen Wachstums ist erkauft, zu Lasten der Umwelt, zu Lasten Anderer, etwa benachteiligter Arbeitskräfte in anderen Teilen der Welt. Und auch zu Lasten des Lebensgefühls: Wir leisten uns einen Konsumüberfluss, der an den Nerven zehrt, Stress, Zeitmangel und Müdigkeit sind der Preis. Was die Frage aufwirft, ob es nicht ein sinnvolleres ökonomisches Modell gibt als das des Wachsens um jeden Preis: Eines, das Nachhaltigkeit, Wohlstand, Gerechtigkeit und den Schutz der Umwelt in Einklang bringt.

 

Müssen wir uns von der Idee des unendlichen Wohlstands verabschieden und Verzicht üben? Gibt es eine machbare Alternative zur Ökonomie des Wachstums?
Quelle: wdr5.de

 

→ zur Sendung auf wdr5.de

 

wdr5

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22. Jan 2018

China hat den Import von Plastikmüll gestoppt

„Liu Hua von Greenpeace in Peking ist begeistert: Die chinesische Regierung habe eine „weltweite Schockwelle“ ausgelöst, sagt er. Endlich müsse der Rest der Welt sein bisheriges Konsummodell hinterfragen, das nur auf unbeschränktem Wachstum bei beschränkten Ressourcen basiere.

Was ist passiert? China ist einmal mehr vorgeprescht.
Insgesamt 24 verschiedene Recyclingmaterialien dürfen seit dem 1. Januar nicht mehr nach China exportiert werden – darunter unsortierter Plastikabfall, Altpapier, alte CDs und alte Textilien. Die Begründung der Chinesen: Der Müll sei zu dreckig und zu gefährlich. An die Welthandelsorganisation (WTO) schrieb die Regierung, man wolle die Umwelt und die Gesundheit der Menschen schützen. […]“

Quelle: zeit.de

Den gesamten Artikel lesen:
→ „Die Weltmüllkippe schließt“ (zeit.de)

 

Kommt nun eine europäische Plastiksteuer?

Kurz nach Chinas MüllimportStopp stieß dann EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger Anfang Januar eine Debatte über eine europäische Plastiksteuer an

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1. Mai 2019

Schleichende Erdzerstörung durch die Sucht nach Geld, Macht und Konsum

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YouTube-Video "Die Erdzerstörer - Doku - ARTE (2019)" by Johnny Weyssmuller

Diese aktuelle Arte-Doku über die Erdzerstörung aus dem Jahr 2019 hat mich tief bewegt.

Ja, sie zeichnet ein düsteres Bild, aber so langsam müssen wir doch der Wahrheit mal ins Auge blicken.
Wir alle wissen, dass wir durch massenhaften Konsum, den Abbau der „Bodenschätze“, die Überfischung, die Nutzung von Atomkraft, die konventionelle Landwirtschaft und so weiter, Schritt um Schritt die Erdzerstörung voran treiben.
Aber wir tun zu wenig dagegen. Warum?

Vermutlich ist den meisten das Ausmaß nicht klar.
Hierfür empfehle ich diese Dokumentation.
Ich finde, sie ist ein MUSS und sollte in Schulen unbedingt auf dem Lehrplan stehen.

Noch bis zum 28.09.2019 ist sie in der ARTE-Mediathek verfügbar:
→ „Die Erdzerstörer“ (Frankreich, 2019)

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10. Mai 2018

System Error


 

Über den Aberglauben ans Wirtschaftswachstum

„Ein neuer Dokumentarfilm blickt hinter die Kulissen von Finanzindustrie und Kapitalismus und sucht Antworten auf die Frage: Warum wollen wir auf einem endlichen Planeten unendlich wachsen?“

Mehr Infos zum Film:
→ utopia.de
→ systemerror-film.de

Ab heute in „ausgewählten“ Kinos.
Leider nicht in Bielefeld, aber z.B. in Dortmund:
→ filmstarts.de

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13. Jan 2021

Gebraucht, Second-Hand, Vintage, Pre-Owned - Große Modehändler nutzen den Hype

Kissen aus Lieblings-T-Shirts
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YouTube-Video "Secondhand Boom bei Zalando und About You: Nachhaltig oder smartes Business?" by Y-Kollektiv

Auch große Modehändler springen auf den Second-Hand-Zug auf, aber weniger aus Gründen der Nachhaltigkeit, sondern weil es Kunden anlockt, die zusätzlich auch Neuware kaufen.

Die Entwicklung an sich ist mit Sicherheit positiv und zeigt, dass sich auch die Mode-Branche langsam verändert. Jedoch bin ich der Meinung, dass noch mehr auf Qualität, Faire Bezahlung, Kreislaufwirtschaft und generell weniger Konsum gesetzt werden muss. Dies ist natürlich nicht nur für Mode, sondern auch alle anderen Konsum-Bereiche wünschenswert und erfordert ein Umdenken unseres Wirtschaftssystems…

→ „Ersticken wir in Billig-Altkleidern?“ (ReThink-Beitrag)
→ Beiträge zum Thema „Wirtschafts-Wachstum“

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