2. Jun 2022

Klimakatastrophe – Die Welt brennt und keiner schaut hin

Durch einen Baum und Sträucher im Vordergrund blickt man auf im Nebel gelegene Häuser und einen Industriekamin, der Abgase in die Luft ausstößt
Play YouTube-Video
YouTube-Video "Megafeuer: Der Planet brennt" by ARTEde

Diesen Beitrag habe ich vor fast einem Jahr zum ersten mal gepostet.
Danach habe ich mich noch oft gefragt, ob ich übertreibe in der Art und Weise, in der ich Dinge beschrieben habe. Jetzt kann ich mit Sicherheit sagen: Nein, ich habe nicht übertrieben. Es ist sogar noch viel schlimmer. Das zeigen auch die IPCC-Berichte, die in der Zwischenzeit rausgekommen sind.

Und dennoch: Noch immer haben die Medien das Thema nicht ausreichend aufgegriffen.
Selbst unser „Klima-Kanzler“ nimmt das Thema keineswegs ernst, da ihm Arbeitsplätze und Profite in der fossilen Industrie wichtiger sind als unser aller Zukunft (Thread auf Twitter).

Mittlerweile gibt es ein ziemlich gutes Buch dazu:
„Medien in der Klima-Krise“ von mehreren Autoren (oekom.de)

Nachfolgend nun der unveränderte Beitrag vom 05.07.2021, da man es nicht oft genug sagen kann:


Ich weiß… Dies ist eigentlich ein Upcycling-Blog, aber das Thema Klima ist einfach zu drängend.

Unsere Welt brennt!
Wortwörtlich… (siehe obige arte-Doku)

Das Klima ändert sich gerade radikal und die aktuellen Nebenwirkungen – Extremwetter mit Überflutungen und Dürreperioden, Waldbrände und Megafeuer, Hitzetote, Zusammenbruch von Ökosystemen, umkippende Gewässer, extremes Algenwachstum, … – sind erst der Anfang.

Problem im Journalismus

Die Medien berichten zwar vermehrt, aber immer noch nicht genug darüber.

Nehmen wir einfach mal die vergangene Woche:
In den Medien haben neben „Urlaub in Coronazeiten“, vor allem das allseits beliebte Thema Fußball und das angebliche Plagiat von Frau Baerbock dominiert.

Aber…

…waren nur Nebenschauplätze in den Nachrichten.
Diese Klimakatastrophen bekommen nicht mal annähernd so viel Aufmerksamkeit wie die beliebten Themen Urlaub, Fußball und Wahlkampf-Schlammschlacht.
→ „Medien sind es nicht gewohnt in angemessener Radikalität zu berichten“ (taz.de)

Zudem werden viele Berichte von Hitzewellen unpassend bebildert mit Fotos von fröhlichen Badegästen statt beispielsweise mit Fotos von Ambulanzen, die Hitzeopfer abtransportieren…

Und statt „Börse vor acht“ wäre es auch mal an der Zeit für „KLIMA° vor acht“:
→ KLIMA° vor acht

Echte Klimaberichterstattung wird sogar teilweise aktiv verhindert

Das zeigt eine Recherche von correctiv.org:
→ „Vorwurf beim WDR: Kaltgestellt wegen kritischer Berichte“

In dem Artikel heißt es unter Anderem zum Fall von Journalist Jürgen Döschner beim WDR:

„Im WDR gibt es immer wieder Stimmen, die ein zu nahes Verhältnis zur Politik, aber auch zu großen Konzernen bemängeln. […]

Auffällig ist, dass die interne Kritik an Döschners Beiträgen oft klimabezogene Berichte betraf. […]
Aber verschiedene Mitarbeitende berichten über die Sorge, wie Döschner in Ungnade zu fallen, sollten sie sich zu stark positionieren, etwa gegen den Braunkohle-Abbau im Rheinland. […]

Jürgen Döschner hatte 2019 nochmal einen Versuch gestartet, intensiver über die Klimakrise zu berichten. Aber auch der Podcast „Klimazone“, den er für den WDR gemeinsam mit dem SWR entwickelt und bereits produziert hatte, wurde vom WDR 2019 ohne Begründung wenige Minuten vor der Sendung abgesetzt.“

correctiv.org (27.10.2022)

Politik bringt Demokratie in Gefahr!

Bereits vor 42 Jahren wurde beim ersten Klimagipfel davor gewarnt, doch die Politik hat sich dazu entschieden die schon damals bekannten Risiken des „weiter wirtschaften wie bisher“ zu ignorieren und uns tiefer rein zu reiten.
Die Politik muss jetzt gegensteuern, damit unsere Kinder und Enkelkinder noch eine Chance haben auf diesem Planeten zu leben.

Und was macht die Bevölkerung üblicherweise, um der Politik vor Augen zu führen, dass sie nicht ihrer Meinung ist: Demonstrieren.

Geplantes Versammlungsgesetz

Doch die Landesregierung von NRW möchte es DemonstrantInnen jetzt noch schwerer machen und hat ein neues Versammlungsgesetz geplant, das unter Anderem restriktiver ist, neue Pflichten für Veranstalter vorsieht, „Uniformen“ (also einheitliche Kleidung) und Vermummung verbietet und verschärfte Videoüberwachung fordert. Dies sorgt von vielen Seiten für Kritik:
→ „Warum das geplante Versammlungsgesetz in NRW so umstritten ist“ (deutschlandfunk.de)

Bei der Demonstration gegen dieses geplante Versammlungsgesetz Ende Juni in Düsseldorf gab es zudem Kritik an dem aggressiven Polizeieinsatz, bei dem 300 DemonstrantInnen für mehrere Stunden eingekesselt wurden, nachdem wohl 2 DemonstrantInnen Pyrotechnik gezündet hatten. In dieser Zeit wurde den Eingekesselten kein mobiles WC zur Verfügung gestellt. Ein Journalist der dpa wurde im Verlauf der Demo nach eigener Aussage mehrfach mit dem Schlagstock geschlagen. Insgesamt seien über 100 Menschen verletzt worden, darunter auch Minderjährige. CDU-Innenminister Reul verteidigte den Einsatz der Polizei. In Bezug auf Minderjährige tätigte er folgende merkwürdige Aussage: „Warum die da hin gehen [zur Demo], kann ich auch nicht beantworten“…
→ Sendung „Westpol“ vom 04.07.2021 (ardmediathek.de)
→ „Der leidige Übergriff auf den Journalisten“ (netzpolitik.org)

Sieht so Demokratie aus, wenn die Regierung es der Bevölkerung erschwert sich zu Wort zu melden? Welche unmittelbaren Möglichkeiten unsere Kritik anzubringen bleiben uns als BürgerInnen denn sonst? Petitionen verpuffen meist irgendwo im Nirgendwo und Wahlen sind nur alle Jubeljahre mal (dieses Jahr: 26.09.2021!!). Und wie viele Menschen schreiben oder sprechen schon PolitikerInnen direkt an?

Klimaschutzgesetz

Doch nicht nur mit neuen Restriktionen bei Demonstrationen möchte die NRW-Landesregierung (CDU/FDP) der Klima-Bewegung den Wind aus den Segeln nehmen. Auch das neu überarbeitete und nicht wirklich verbesserte Klimaschutzgesetz sieht unter Anderem vor, dass das Klagerecht massiv eingeschränkt wird.

Dagegen klagt nun die Deutsche Umwelthilfe (DUH) vor dem Verfassungsgericht:
→ „Jugendliche ziehen wegen mangelnden Klimaschutzes vor Verfassungsgericht“ (spiegel.de)
→ „Harald Welzer über Klimaschutz-Klagen“ (YouTube / Welzer Archiv)

Jetzt handeln

Informiert euch, redet mit anderen darüber, setzt euch für eure Zukunft ein und schließt euch der Klimaschutz-Bewegung an:
→ 24.09.2021 nächster globaler Klimastreik!
→ 26.09.2021 Bundestagswahl!
→ Petition: „Bielefeld – Gütersloh || sagt dem Bundestag: Wir wollen mehr Klimaschutz!“ (campact.de)

Wir können es uns nicht mehr leisten wegzusehen.
ReThink, people!

First published: 05.07.2021

X