9. Jul 2022

#AutoKorrektur

Foto von der Vorderseite des Buches "Autokorrektur" von Katja Diehl © rethink-recycle.net

Buchtipp

„AUTOKORREKTUR – Mobilität für eine lebenswerte Welt“
von Katja Diehl

„Mein Name ist Katja und ich wende den Verkehr. Das ist hochpolitisch, weil ich nicht nur auf Technik schaue, sondern mich für eine Mobilität einsetze, die die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigt – Menschen mit Einschränkung, Kinder, Menschen auf dem Land und in der Stadt, Frauen, Männer, nicht-binäre Menschen, BIPoC.“

In Katja Diehls Vorstellung der Zukunft können die Menschen Auto fahren, so sie es denn wollen. Sie müssen es aber nicht mehr – weil es attraktive Alternativen gibt. Mit Schwung, Know-how und Kreativität macht Mobilitätsexpertin Katja Diehl Lust auf eine Gesellschaft, die gemeinsam eine lebenswerte und klimafreundliche Zukunft für alle baut.

Klappentext des Buches

Ein Augenöffner nicht nur in Sachen Verkehrswende.

Tipp: Das Buch gibt es auch in vielen Stadtbibliotheken zum Ausleihen!
(Eine Mitgliedschaft in der Stadtbibliothek lohnt sich sogar schon, wenn man nur 1-2 Bücher pro Jahr ausleiht! In Bielefeld ist man beispielsweise ab 12€ pro Jahr dabei)

8. Jul 2022

Gefrierbeutel nicht extra kaufen…

alternativer Verwendungszweck für Nudelverpackungen: Gefrierbeutel © rethink-recycle.net

Gefrierbeutel sind eine praktische Sache, denn oft ist nicht viel Platz im Gefrierfach, so dass manchmal eine unflexible Aufbewahrungsbox (Markennamen bitte selbst wählen) nicht mehr rein passt – Gefrierbeutel jedoch schon…

Die günstige Alternative zum Gefrierbeutel

Ich schaffe es mittlerweile bei vielen Lebensmitteln Plastikverpackungen zu vermeiden, aber Nudeln sind in normalen Bio-Supermärkten doch meist in Plastik verpackt und der Unverpackt-Laden liegt auch nicht immer auf dem Weg.

Da Nudelverpackungen meistens schön robust sind, kann man sie prima zum Abpacken von anderen Lebensmittel weiterverwenden.
Sie eignen sich beispielsweise hervorragend zum Tiefkühlen von Brot, Brötchen und anderen Lebensmitteln, so dass man sich das Kaufen von Gefrierbeuteln auch einfach sparen kann. 🙂

Das spart Geld und Abfall!

Weiterführende Links

→ Das Tiefkühl-Pak
→ Einfache Wege zu weniger Plastikmüll

First published: 28.08.2017

23. Jun 2022

Strom sparen

Ein zwischengeschaltetes Strommessgerät © rethink-recycle.net

Alle reden davon, dass wir unbedingt auf erneuerbare Energien umstellen müssen, aber kaum einer spricht an, dass es mindestens genauso sinnvoll und notwendig ist auch den Energieverbrauch zu reduzieren, wo es eben möglich ist.
Denn trotz immer effizienter werdenden Geräten, steigt der Stromverbrauch insgesamt stetig an und einige Haushalte haben keine Möglichkeit Photovoltaik-Anlagen zu nutzen.

Um herauszufinden, welche Geräte besonders fiese Stromfresser sind, kann man sich (teils kostenlos) ein Strommessgerät ausleihen und im eigenen Haushalt auf die Suche gehen.

Tipps

  • (kostenlos) Strommessgerät ausleihen, z.B. bei den örtlichen Verbraucherzentralen oder Stadtwerken
  • Geräte mit übermäßigem Stromverbrauch durch energieeffiziente Geräte austauschen und auch beim Neukauf von Geräten unbedingt auf die Energieeffizienzklasse achten
  • Ein-/Ausschaltbare Steckdosen(leisten) zwischenschalten
    (bspw. auch Funk-Steckdosen mit Fernbedienung für schwer erreichbare Steckdosen)
  • Geräte nicht ständig im Standby-Modus belassen, sondern komplett ausschalten
  • Welche Geräte braucht man wirklich? Könnte man mehr per Hand/mechanisch machen?
    → Zwischendurch mal fegen statt saugen
    → Wäsche auf der Leine trocknen statt im Trockner
    Kaffee und Gewürze mit der Hand mahlen, statt mit strombetriebenen Geräten
    Eigenes mechanisches Rasenmäher-Fahrrad bauen
  • Licht überall dort ausschalten, wo man es nicht benötigt
  • Displays nicht auf „volle Helligkeit“ stellen, sondern etwas abdunkeln (es bringt auch schon etwas, wenn man bei Apps oder in Social-Media ein dunkles Design auswählt)
  • WLAN bei Nicht-Benutzung (z.B. nachts) ausschalten
    (man kann am Router Zeiten einstellen, zu denen das WLAN abgeschaltet werden soll)
  • Wenn man bei Wasch- und Spülmaschinen das ECO-Programm wählt, spart man ebenso Strom (und sogar Wasser), zudem sollte man die Maschinen immer so voll wie möglich befüllen und während Nicht-Nutzung nach Möglichkeit den Stecker ziehen
  • Auch Kühlschränke sollten so voll wie möglich befüllt sein, damit sich die Kälte besser im Kühlschrank hält und nicht so schnell als kalte Luft beim Öffnen entweicht. Deshalb auch Türen immer nur so kurz wie nötig öffnen.
  • Die Temperatur im Kühlschrank sollte etwa 8°C betragen (jedes Grad, das er zu kühl eingestellt ist, bedeutet eine Verbrauchserhöhung um fünf Prozent), zudem sollte man verhindern, dass sich Eis bildet (→ regelmäßig abtauen)
  • Tiefgekühlte Lebensmittel über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen statt sie sofort in die Mikrowelle oder den Backofen zu stellen
  • Tiefkühltruhen sind am bestem im Keller aufgehoben (je kühler die Außentemperatur, desto weniger Leistung muss das Gerät aufbringen)
  • Beim Kochen das Wasser vorher mit einem energieeffizienten Wasserkocher kochen (in den allermeisten Fällen wird so das Wasser schneller zum Kochen gebracht und spart somit Strom) und hinterher mit Deckel auf dem Topf bei niedrigerer Temperatur weiterkochen
  • Der Backofen muss in den meisten Fällen nicht vorgeheizt werden

First published: 21.08.2021

16. Jun 2022

Das lange Warten auf den Journalismus

Markierter Zeitschriftentext: "Deshalb muss es zum unantastbaren Grundsatz werden, dass die demokratische Selbstbestimmung und die Erhaltung der Umwelt unbedingten Vorrang vor Wirtschaftsdogmen haben."
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YouTube-Video "Wolfgang Blau – Klimakrise: Das lange Warten auf den Journalismus" by re:publica

Schon in diesem Beitrag „Klimakatastrophe – Die Welt brennt und keiner schaut hin“ habe ich versucht zu erklären, dass die Medien nicht ausreichend über Klima-Themen berichten. Weil das so ist, habe ich immer wieder das dringende Bedürfnis mehr solcher Themen durch diesen Blog zu verbreiten, auch wenn es sich hier ursprünglich eigentlich „nur“ um Recycling/Upcycling Themen drehen sollte.

Es tut mir wirklich leid, wenn ich einigen von euch damit auf den Keks gehe, aber „Klima“ ist einfach so bedeutend und die Lage ist verdammt ernst.
Die Medien spiegeln das noch immer nicht umfassend und in der tatsächlichen Dringlichkeit wider (und wir warten im Grunde schon seit Jahrzehnten darauf, dass das mal passiert…).

Das obige Video mit Herrn Wolfgang Blau erklärt woher dieser Missstand in der Medienlandschaft unter Anderem kommt.

15. Jun 2022

Zigarettenfilter sind Sondermüll

Zigarettenstummel am Wegesrand
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YouTube-Video "Pflanzensterben wegen Zigaretten" by SuchtpraeventionBE

Dass Rauchen schädlich/krebserregend ist (auch für den Passiv-Raucher), weiß vermutlich jeder. Doch dass die Zigarettenkippe auch nach dem Wegschnippen noch großen Schaden in der Umwelt anrichtet, wird von den meisten Rauchern ignoriert.

Besorgniserregend:
Nikotin konnte bereits im Trinkwasser nachgewiesen werden!

Da Zigarettenkippen das am häufigsten weggeworfene Abfallprodukt sind und 8 von 10 Kippen nicht im Mülleimer (sondern in der Umwelt) landen, sollte dringend mal ernsthaft etwas dagegen unternommen werden.

Zwar wurde in 2019 der Bußgeld-Katalog für „Umweltsünden“ leicht nach oben angepasst, aber grundlegend wird noch viel zu wenig kontrolliert, so dass diese höheren Bußgelder keinen erzieherischen Mehrwert und keinen erkennbaren Schutz für die Umwelt in Bezug auf den Zigaretten-Sondermüll darstellen.

→ „Gift im Zigarettenfilter“ by phoenix (YouTube)
→ „Umweltsünde Zigarettenfilter“ (ReThink-Beitrag)
→ „Tabakfirmen sollten mehr in die Veranwortung genommen werden“ (ReThink-Beitrag)

Deshalb: Kippen bitte NICHT einfach wegschnippen!

Zigarettenfilter sind Sondermüll

Da Zigarettenfilter so krasse Auswirkungen auf die Umwelt haben, solltet ihr sie nicht einfach in die Gegend schnippen, sondern könnt sie super easy in einer geleerten Kosmetik-/Creme-Dose sammeln und bei nächster Gelegenheit richtig entsorgen.

Sehenswerte arte-Doku

Die Doku „Nikotin – Droge mit Zukunft“ zeigt welche Macht die Tabak-Industrie besitzt, mit welcher Dreistigkeit sie den Verbraucher täuschen, und dass auch „Dampfen“/“Vapen“ etc. gesundheitlich keine Alternative sein kann.

Leider ist die Doku zur Zeit online nicht verfügbar.
(Für funktionierende Links bin ich dankbar)

ReThink!

Hört auf zu rauchen oder fangt am besten gar nicht erst an!
Es ist zu teuer in jeder Hinsicht:
Teuer für eure Geldbeutel, teuer für eure Gesundheit und die eurer Freunde und Familien, teuer für die Allgemeinheit und teuer für die Umwelt.
Zudem ist es wirklich nicht cool drogenabhängig zu sein.

First published: 07.10.2020

2. Jun 2022

Klimakatastrophe – Die Welt brennt und keiner schaut hin

Durch einen Baum und Sträucher im Vordergrund blickt man auf im Nebel gelegene Häuser und einen Industriekamin, der Abgase in die Luft ausstößt
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YouTube-Video "Megafeuer: Der Planet brennt" by ARTEde

Diesen Beitrag habe ich vor fast einem Jahr zum ersten mal gepostet.
Danach habe ich mich noch oft gefragt, ob ich übertreibe in der Art und Weise, in der ich Dinge beschrieben habe. Jetzt kann ich mit Sicherheit sagen: Nein, ich habe nicht übertrieben. Es ist sogar noch viel schlimmer. Das zeigen auch die IPCC-Berichte, die in der Zwischenzeit rausgekommen sind.

Und dennoch: Noch immer haben die Medien das Thema nicht ausreichend aufgegriffen.
Selbst unser „Klima-Kanzler“ nimmt das Thema keineswegs ernst, da ihm Arbeitsplätze und Profite in der fossilen Industrie wichtiger sind als unser aller Zukunft (Thread auf Twitter).

Mittlerweile gibt es ein ziemlich gutes Buch dazu:
„Medien in der Klima-Krise“ von mehreren Autoren (oekom.de)

Nachfolgend nun der unveränderte Beitrag vom 05.07.2021, da man es nicht oft genug sagen kann:


Ich weiß… Dies ist eigentlich ein Upcycling-Blog, aber das Thema Klima ist einfach zu drängend.

Unsere Welt brennt!
Wortwörtlich… (siehe obige arte-Doku)

Das Klima ändert sich gerade radikal und die aktuellen Nebenwirkungen – Extremwetter mit Überflutungen und Dürreperioden, Waldbrände und Megafeuer, Hitzetote, Zusammenbruch von Ökosystemen, umkippende Gewässer, extremes Algenwachstum, … – sind erst der Anfang.

Problem im Journalismus

Die Medien berichten zwar vermehrt, aber immer noch nicht genug darüber.

Nehmen wir einfach mal die vergangene Woche:
In den Medien haben neben „Urlaub in Coronazeiten“, vor allem das allseits beliebte Thema Fußball und das angebliche Plagiat von Frau Baerbock dominiert.

Aber…

…waren nur Nebenschauplätze in den Nachrichten.
Diese Klimakatastrophen bekommen nicht mal annähernd so viel Aufmerksamkeit wie die beliebten Themen Urlaub, Fußball und Wahlkampf-Schlammschlacht.
→ „Medien sind es nicht gewohnt in angemessener Radikalität zu berichten“ (taz.de)

Zudem werden viele Berichte von Hitzewellen unpassend bebildert mit Fotos von fröhlichen Badegästen statt beispielsweise mit Fotos von Ambulanzen, die Hitzeopfer abtransportieren…

Und statt „Börse vor acht“ wäre es auch mal an der Zeit für „KLIMA° vor acht“:
→ KLIMA° vor acht

Politik bringt Demokratie in Gefahr!

Bereits vor 42 Jahren wurde beim ersten Klimagipfel davor gewarnt, doch die Politik hat sich dazu entschieden die schon damals bekannten Risiken des „weiter wirtschaften wie bisher“ zu ignorieren und uns tiefer rein zu reiten.
Die Politik muss jetzt gegensteuern, damit unsere Kinder und Enkelkinder noch eine Chance haben auf diesem Planeten zu leben.

Und was macht die Bevölkerung üblicherweise, um der Politik vor Augen zu führen, dass sie nicht ihrer Meinung ist: Demonstrieren.

Geplantes Versammlungsgesetz

Doch die Landesregierung von NRW möchte es DemonstrantInnen jetzt noch schwerer machen und hat ein neues Versammlungsgesetz geplant, das unter Anderem restriktiver ist, neue Pflichten für Veranstalter vorsieht, „Uniformen“ (also einheitliche Kleidung) und Vermummung verbietet und verschärfte Videoüberwachung fordert. Dies sorgt von vielen Seiten für Kritik:
→ „Warum das geplante Versammlungsgesetz in NRW so umstritten ist“ (deutschlandfunk.de)

Bei der Demonstration gegen dieses geplante Versammlungsgesetz Ende Juni in Düsseldorf gab es zudem Kritik an dem aggressiven Polizeieinsatz, bei dem 300 DemonstrantInnen für mehrere Stunden eingekesselt wurden, nachdem wohl 2 DemonstrantInnen Pyrotechnik gezündet hatten. In dieser Zeit wurde den Eingekesselten kein mobiles WC zur Verfügung gestellt. Ein Journalist der dpa wurde im Verlauf der Demo nach eigener Aussage mehrfach mit dem Schlagstock geschlagen. Insgesamt seien über 100 Menschen verletzt worden, darunter auch Minderjährige. CDU-Innenminister Reul verteidigte den Einsatz der Polizei. In Bezug auf Minderjährige tätigte er folgende merkwürdige Aussage: „Warum die da hin gehen [zur Demo], kann ich auch nicht beantworten“…
→ Sendung „Westpol“ vom 04.07.2021 (ardmediathek.de)
→ „Der leidige Übergriff auf den Journalisten“ (netzpolitik.org)

Sieht so Demokratie aus, wenn die Regierung es der Bevölkerung erschwert sich zu Wort zu melden? Welche unmittelbaren Möglichkeiten unsere Kritik anzubringen bleiben uns als BürgerInnen denn sonst? Petitionen verpuffen meist irgendwo im Nirgendwo und Wahlen sind nur alle Jubeljahre mal (dieses Jahr: 26.09.2021!!). Und wie viele Menschen schreiben oder sprechen schon PolitikerInnen direkt an?

Klimaschutzgesetz

Doch nicht nur mit neuen Restriktionen bei Demonstrationen möchte die NRW-Landesregierung (CDU/FDP) der Klima-Bewegung den Wind aus den Segeln nehmen. Auch das neu überarbeitete und nicht wirklich verbesserte Klimaschutzgesetz sieht unter Anderem vor, dass das Klagerecht massiv eingeschränkt wird.

Dagegen klagt nun die Deutsche Umwelthilfe (DUH) vor dem Verfassungsgericht:
→ „Jugendliche ziehen wegen mangelnden Klimaschutzes vor Verfassungsgericht“ (spiegel.de)
→ „Harald Welzer über Klimaschutz-Klagen“ (YouTube / Welzer Archiv)

Jetzt handeln

Informiert euch, redet mit anderen darüber, setzt euch für eure Zukunft ein und schließt euch der Klimaschutz-Bewegung an:
→ 24.09.2021 nächster globaler Klimastreik!
→ 26.09.2021 Bundestagswahl!
→ Petition: „Bielefeld – Gütersloh || sagt dem Bundestag: Wir wollen mehr Klimaschutz!“ (campact.de)

Wir können es uns nicht mehr leisten wegzusehen.
ReThink, people!

First published: 05.07.2021