3. Feb 2019
by manu

Umwelt-Rassismus

Unilever ist weltweit einer der größten Hersteller von Konsumgütern (Nahrungsmittel, Kosmetika, Körperpflege-, Haushaltsprodukte,…).
Die Bevölkerung von Kodaikanal wirft dem Groß-Konzern Umwelt-Rassismus vor.

Hintergrund

Von 1984 bis 2001 wurden in einer Unilever-Fabrik der süd-indischen Stadt Kodaikanal Quecksilber-Thermometer produziert.
Durch unsachgemäße Entsorgung gelangten giftige Quecksilber-Abfälle in den Boden des Fabrik-Geländes und der Umgegend und führten zur Schließung der Fabrik im Jahr 2001 durch die Regierung. Das Quecksilber vergiftete die dortige Umwelt.
Aufgrund von ungenügenden Arbeitsschutzmaßnahmen bei der Verarbeitung von Quecksilber wurde die Gesundheit der Arbeiter und ihrer später geborenen Kinder massiv beeinträchtigt. Einige Fabrikarbeiter ereilte ein vorzeitiger Tod. Auch einige ihrer Kinder starben oder leiden an schlechter Gesundheit.

Es dauerte 15 Jahre bis Unilever sich mit den damaligen Fabrik-Arbeitern einigte und sie entschädigte. Und dies auch nur aufgrund eines Protest-Videos, das viral ging und genügend sozialen Druck erzeugte:
→ „Unilever, Clean Up Your Mess!“ (ReThink-Beitrag)

Doch es ist bis heute immer noch Quecksilber im Boden!

Die Reinigungsarbeiten wurden anscheinend nur unzureichend durchgeführt.
Die Bevölkerung von Kodaikanal wirft dem Groß-Konzern nun Umwelt-Rassismus vor, denn in Europa wäre bei so einem Vorfall gewissenhafter vorgegangen.

Ich glaube, das ist ein reales Problem!

Laut Wikipedia ist Unilever in 2011 und 2017 sogar mit rassistischer Werbung aufgefallen. In beiden Werbespots ging es darum wie eine dunkelhäutige Frau nach der Verwendung eines Dove-Produktes zu einer weißen Frau wird.

→ Mehr Infos zur „Kodaikanal Won’t“-Bewegung (kodaimercury.org)
→ Petition unterschreiben (jhatkaa.org)

ReThink, people!
Boykottiert Unilever und alle anderen Groß-Konzerne (viele Grüße an Nestlé an dieser Stelle…), die sich einen Dreck um Natur und Menschen scheren!
Kauft lokal, bio und fair!

10. Jan 2019
by manu

Die Macht der Konzerne

Doku-Tipp

„Die Macht der Konzerne“ (Arte, 2016)

Eine fantastische Doku, die mir die Tränen in die Augen getrieben hat.
Es ist wirklich unglaublich wie weltfremd und egoistisch die Anschauungen mancher Konzerne oder Investoren sind.

Was passiert, wenn einem multinationalen Konzern ein Gesetz nicht passt, weil es seinen Profit schmälert? Er bringt den Staat unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor ein privates Gericht – ein internationales Schiedsgericht. Für den Steuerzahler stehen bei dem Machtkampf zwischen Staaten und multinationalen Konzernen Milliarden auf dem Spiel, wie die Reportage zeigt.

Ja, die Doku ist lang, aber sie ist es wert. Sie zeigt, wie unsere Welt wirklich tickt.

In der Arte-Mediathek noch bis zum 08.02.2019 verfügbar:
→ Reportage auf arte.tv ansehen