Ist Verzicht wirklich Verzicht?

Ist Verzicht wirklich Verzicht?
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Ist Verzicht auf’s Autofahren nicht auch eine Befreiung vom selbst fahren müssen? Während man mit den Öffis unterwegs ist, kann man prima Bücher lesen, wozu man sonst eventuell nicht kommen würde.

Ist Verzicht auf ein Auto generell nicht auch eine Verminderung von Staus und Lärm und Abgasen? Man kann außerdem keine Strafzettel kriegen, muss keine teuren Versicherungen bezahlen, sich nicht um TÜV und Reparaturen kümmern, nicht ewig lange nach Parkplätzen suchen, man kann nicht Gefahr laufen geblitzt zu werden, etc.

Ist Verzicht auf übermäßigen Fleisch-Konsum nicht eher eine Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität? Zu viel Fleisch kann bestimmte Krankheiten begünstigen.

Ist Verzicht auf ständigen Neukauf nicht auch eine kreative Reparatur-Herausforderung und Wertschätzung der Dinge? Dinge zu reparieren schüttet viel mehr Glücksgefühle aus als mal eben ein neues Teil zu kaufen. Zudem lernt man wahnsinnig viel dabei und entwickelt sich weiter.

Ist Verzicht auf 10 Tausende kleine & große, digitale & analoge Dinge nicht auch eine Befreiung von Reizüberflutung und chronischem Zeitmangel? Ohne diese vielen (meist unwichtigen) Dinge, um die man sich ständig kümmern muss, hat man plötzlich viel mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

→ “Wie geht das ‘einfache’ Leben? | Twist” by Irgendwas mit ARTE und Kultur (YouTube)

Worauf du verzichtest, wenn du nicht verzichtest…

Alles hat Vor- und Nachteile.
Und jeder Mensch verzichtet tagtäglich auf unendlich viele Dinge, ob er oder sie will oder nicht!

Bei jeder Entscheidung für das Eine, entscheidet man gleichzeitig auch gegen das Andere.

Man trifft also im Grunde lediglich eine Entscheidung, dass man auf das Eine lieber verzichten möchte als auf das Andere. Nur führt man sich gar nicht immer so vor Augen, auf was man eigentlich verzichten muss, wenn man sich für das Eine oder das Andere entscheidet. 😉

Worauf wir verzichten müssen, wenn wir nicht auf ein bisschen Luxus verzichten können:

Also verzichten wir, weil wir ja nicht verzichten wollen, schnell und ohne viel Nachdenken: auf den öffentlichen Raum unserer Städte, den wir den Autos überlassen; auf eine Wiese voller Kräuter, Kröten und Krabbeltiere, wenn hier der neue Primark gebaut wird; auf die Alpengletscher, auf die Ruhe eines Tals ohne Autobahnanschluss, auf Stadtluft ohne Erstickstoff; auf Felder, in denen Vögel und Feldhasen leben statt nur die Krähen der Agrarwüsten. Und am schnellsten verzichten wir darauf, was wir im Poesiealbum „das Erbe der Menschheit“ nennen: den tropischen Regenwald, das Breitmaulnashorn, Grönland in Weiß. Auf Tuvalu und Kiribati. Und auf deren Bewohner.

taz.de

→ “Wie viel Besitz macht glücklich?”
→ “10.000 Dinge”
→ “5 Tipps gegen die tägliche Konsumversuchung” (livelifegreen.de)
→ “Eine Frage der Entscheidung” (taz.de)
→ “Shoppingdiät und Selbstversorgung” (stern.de)

Metadaten zum Beitrag

Datum der Erstveröffentlichung:
21.05.2016

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