14. Jun 2020

Umwelt-Rassismus

Unilever ist weltweit einer der größten Hersteller von Konsumgütern (Nahrungsmittel, Kosmetika, Körperpflege-, Haushaltsprodukte,…).
Die Bevölkerung von Kodaikanal wirft dem Groß-Konzern Umwelt-Rassismus vor.

Hintergrund

Von 1984 bis 2001 wurden in einer Unilever-Fabrik der süd-indischen Stadt Kodaikanal Quecksilber-Thermometer produziert.
Durch unsachgemäße Entsorgung gelangten giftige Quecksilber-Abfälle in den Boden des Fabrik-Geländes und der Umgegend und führten zur Schließung der Fabrik im Jahr 2001 durch die Regierung. Das Quecksilber vergiftete die dortige Umwelt.
Aufgrund von ungenügenden Arbeitsschutzmaßnahmen bei der Verarbeitung von Quecksilber wurde die Gesundheit der Arbeiter und ihrer später geborenen Kinder massiv beeinträchtigt. Einige Fabrikarbeiter ereilte ein vorzeitiger Tod. Auch einige ihrer Kinder starben oder leiden an schlechter Gesundheit.

Es dauerte 15 Jahre bis Unilever sich mit den damaligen Fabrik-Arbeitern einigte und sie entschädigte. Und dies auch nur aufgrund eines Protest-Videos, das viral ging und genügend sozialen Druck erzeugte:
→ „Unilever, Clean Up Your Mess!“ (ReThink-Beitrag)

Doch es ist bis heute immer noch Quecksilber im Boden! (Stand 2019)

Die Reinigungsarbeiten wurden anscheinend nur unzureichend durchgeführt.
Die Bevölkerung von Kodaikanal wirft dem Groß-Konzern nun Umwelt-Rassismus vor, denn in Europa wäre bei so einem Vorfall gewissenhafter vorgegangen.

Ich glaube, das ist ein reales Problem!

Laut Wikipedia ist Unilever in 2011 und 2017 sogar mit rassistischer Werbung aufgefallen. In beiden Werbespots ging es darum wie eine dunkelhäutige Frau nach der Verwendung eines Dove-Produktes zu einer weißen Frau wird.

→ Mehr Infos zur „Kodaikanal Won’t“-Bewegung (kodaimercury.org)
→ Petition unterschreiben (jhatkaa.org)

ReThink, people!
Boykottiert Unilever und alle anderen Groß-Konzerne (viele Grüße an Nestlé an dieser Stelle…), die sich einen Dreck um Natur und Menschen scheren!
Kauft lokal, bio und fair!

First published: 03.02.2019

5. Jun 2020

Starbucks sucks

Über 1 Million Bäume werden jährlich für Starbucks‘ nicht recyclebare Einmal-Becher abgeholzt, die später (nach kurzer, einmaliger Benutzung) auf der Mülldeponie landen.
Über 8.000 Bäume pro Minute.
Versprechen des multinationalen Konzerns – 100% recyclebare Becher herzustellen – wurden gebrochen, obwohl es technisch möglich wäre.

Doku-Tipp:
„Starbucks ungefiltert – Die bittere Wahrheit hinter dem Erfolg“
(arte, 2017)

Auf arte.tv noch verfügbar bis zum 01.07.2020
→ Doku ansehen auf arte.tv

Eine Frau in dieser Reportage sagt, dass sie sich gerne mit einem Starbucks-Getränk belohnt: „Heute habe ich mir das verdient“…
Aber hat das auch der/die knopfdrückende Barista verdient, der unter schlechten arbeitsbedingungen schuften und dabei immer noch freundlich lächeln muss?
Haben das auch die Kaffeebauern verdient, die unter einem von Starbucks‘ selbst gebastelten Fairtrade-Siegel bezahlt werden?
Haben das auch die Bürger verdient, die durch Starbucks um Steuern betrogen werden?

Irgendwie ist es doch immer das gleiche mit den Großkonzernen, oder?

 

Notiz am Rande:
So ein Getränk kann übrigens bis zu 1.200 Kalorien schwer sein! 1.200 Kalorien in einem einzigen Getränk!! Das ist etwa die Hälfte aller Kalorien, die man täglich zu sich nimmt…

4. Jun 2020

Zucker-Konsum – Unsere kranke Gesellschaft

Doku-Tipp
„Dick, dicker, fettes Geld“ (arte, 2020)

Noch bis zum 12.06.2020 auf arte.tv verfügbar
→ Doku auf arte.tv ansehen

  • Bereits verarbeitete, zuckerreiche Produkte sind bis zu 60% günstiger als unverarbeitete, frische Lebensmittel
  • Ein Liter Limonade ist in manchen Ländern günstiger als ein Liter reines Wasser
  • Es gibt eine direkte Verbindung zwischen Werbung und den Geschmacksvorlieben von Kindern
  • Es besteht eine Verbindung zwischen Süßgetränken und Diabetes + Fettleibigkeit. Unter Jugendlichen sind diese Krankheiten mittlerweile nichts ungewöhnliches mehr…
  • Diabetes trifft hauptsächlich arme Bevölkerungschichten und ist weltweit unter den 10 häufigsten Todesursachen

Vorbild Chile

Chile hat ein tolles Konzept entwickelt:
Auf Lebensmittelverpackungen werden Warn-Symbole aufgedruckt, wenn das Lebensmittel viel Zucker, Salz, Fett oder Kalorien enthält. So ist auf den ersten Blick – auch für Kinder – ersichtlich, welche Produkte besonders ungesund sind.

Doch da hört es noch nicht auf:
Wenn ein Produkt ein Warn-Symbol besitzt, darf es zudem nicht im Fernsehen oder Internet beworben werden und keine Gratis-Spielzeuge oder Sammelsticker enthalten.

Die Industrie hat daraufhin mehr als 20% der Produkte neu konzipiert, so dass diese nun beispielsweise weniger Salz und Zucker enthalten, obwohl die Konzerne vorher behauptet hatten, dass eine Umstellung der Produkt-Formeln unmöglich sei.

3. Jun 2020

Die Macht der Konzerne

Doku-Tipp

„Die Macht der Konzerne“ (arte, 2018)

Eine fantastische Doku, die mir die Tränen in die Augen getrieben hat.
Es ist wirklich unglaublich wie weltfremd und egoistisch die Anschauungen mancher Konzerne oder Investoren sind.
Sie zeigt, wie unsere Welt wirklich tickt.

„Was passiert, wenn einem multinationalen Konzern ein Gesetz nicht passt, weil es seinen Profit schmälert? Er bringt den Staat unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor ein privates Gericht – ein internationales Schiedsgericht. Für den Steuerzahler stehen bei dem Machtkampf zwischen Staaten und multinationalen Konzernen Milliarden auf dem Spiel, wie die Reportage zeigt.“

arte

First published: 04.01.2019

19. Mai 2020

Nestlé – Bottled Life

Diese immernoch sehr sehenswerte Doku wurde 2012 veröffentlicht.

Nestlé’s Vorgehen:
Eine Quelle wird gekauft. Das Wasser der Quelle wird in Flaschen abgefüllt und mit Profit an die Bewohner weiter verkauft. Diese Praxis ist zu einem Normalzustand geworden, aber nicht nur ungerecht, sondern verursacht auch noch hohe Umweltbelastungen. Statt ganz einfach unverpacktes Leitungswasser zu trinken, werden Menschen dazu gedrängt (z.B. durch Werbung, Mundpropaganda, durch Industrie verdreckte Wasservorkommen, etc.) abgepacktes teures Wasser zu kaufen. Dabei sollte Wasser doch unser Grundrecht sein! Jeder Mensch sollte freien und kostenlosen Zugang zu Wasser haben!

→ sumofus.org (Petition – veralteter Link)
→ bottledlifefilm.com
→ ARD-Mediathek
→ Debatte über Bottled Life
→ ZDFzoom: Abgefüllt und aufgetischt
→ „A Tale of Two Cities (Nestlé)“
→ Weitere sehenswerte Dokus
→ Bottled Water vs Tap Water
→ Die Refill-Bewegung
→ Nestlé Markenübersicht

Ohne Worte

Ein Zitat vom Nestlé Verwaltungschef 2005:

Die eine Anschauung – extrem würde ich sagen – wird von einigen von den NGOs vertreten, die darauf pochen, dass Wasser zu einem öffentlichen Recht erklärt wird. Das heißt als Mensch sollten Sie einfach ein Recht haben, um Wasser zu haben. Das ist die eine Extrem-Lösung. Und die andere, die sagt Wasser ist ein Lebensmittel und so wie jedes andere Lebensmittel sollte es einen Marktwert haben. Ich persönlich glaube, es ist besser man gibt einem Lebensmittel einen Wert, so dass wir alle bewusst sind, dass das etwas kostet.

Zitat: Peter Brabeck-Letmathe, Nestlé-Verwaltungschef, 2005

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Trinkt Leitungswasser

Leitungswasser unterliegt in Deutschland strengeren Qualitätskriterien als das Mineralwasser im Supermarkt, ist weitaus günstiger und man muss nicht mal schwer schleppen…!
(Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen)

YT: „Wie gut ist unser Leitungswasser?“ von maiLab

First published: 6. Oktober 2016

29. Jan 2019

Geplante Obsoleszenz oder Kaufen für die Müllhalde

Geplante Obsoleszenz

Original title:  Prêt à jeter / Kaufen für die Müllhalde
Director:  Cosima Dannoritzer
Year:  Frankreich, 2010

Eine interessante ARTE-Dokumentation, die davon berichtet mit welchen Mitteln wir dazu getrieben werden mehr zu konsumieren als es eigentlich nötig wäre.

Das Stichwort ist: Geplante Obsoleszenz, also das geplante vorzeitige Verschleißen/Veralten von Produkten.

Unternehmen bauen Sollbruchstellen in ihre Produkte ein oder verwenden Materialien von minderer Qualität. Auch die Art der Verbauung eines elektronischen Geräts kann Auswirkungen auf die Lebensdauer haben. Wenn beispielsweise Bauteile verklebt werden, können Geräte schlechter oder gar nicht repariert werden.

 

Weiterführende Links

→ „Psychische Obsoleszenz“ (ReThink-Beitrag)
→ „Murks, nein Danke!“ (ReThink-Beitrag)
→ „Tipps für ein langes Geräteleben“ (ReThink-Beitrag)
→ „HTV Life – Ein Nachhaltigkeitssiegel“ (ReThink-Beitrag)
→ „Verkürzte Lebensdauer“ (ReThink-Beitrag)
→ „Reparatur-Initiativen“ (ReThink-Beitrag)
→ „Fast neu und schon kaputt“ (planet-wissen.de)
→ „17 Tipps gegen den gewollten Verschleiss“ (utopia.de)

First published: 8. Februar 2012

15. Jan 2016

Coca Cola verabschiedet sich von Mehrwegflaschen

Coca-Cola Deutschland macht Schluss mit Umweltschutz: Der Getränkeriese will die 0,5l und 1,5l Mehrwegflaschen abschaffen. Klar ist auch: Langfristig will Coca-Cola ganz aus dem Mehrwegsystem aussteigen.

 

Die Konsequenzen sind fatal: Plastikmüll verstopft unsere Ozeane und ist Jahr für Jahr verantwortlich für das Sterben von Hunderttausenden von Meeresschildkröten, Walen und Vögeln. Globale Großkonzerne wie Coca-Cola produzieren einen großen Teil des Plastikmülls, der in unseren Weltmeeren endet. Statt dieses Problem anzugehen, versucht Coca-Cola sich aus der Verantwortung zu stehlen.

 

Coca-Cola ist das größte Getränkeunternehmen in Deutschland. Der Vorstoß des Unternehmens hätte eine Signalwirkung für die gesamte Branche. Deshalb arbeiten wir eng mit unseren Partnern von der Deutschen Umwelthilfe daran, diesen Frontalangriff auf das Mehrwegsystem zu verhindern.

 

Rufen Sie Coca-Cola auf, das Mehrwegsystem beizubehalten!
Quelle: sumofus.org

 
 

„Durch die Schließung von insgesamt sieben Mehrwegstandorten zeigt Coca-Cola sein wahres Gesicht. Es geht dem Unternehmen um nichts anderes als Profitmaximierung. Dafür nimmt es die Schädigung der Umwelt billigend in Kauf, entlässt Mitarbeiter und zwingt dem Verbraucher seine Einwegprodukte auf“, kritisiert der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die Politik muss den Ernst der Lage erkennen und endlich handeln. Es steht nicht weniger als das deutsche Mehrwegsystem mit über 120.000 grünen Arbeitsplätzen auf dem Spiel.
Quelle: finanzen.net

 

→ zur Petition (sumofus.org)