30. Dez 2018

Sind wir wirklich Schuld?

Ende Oktober habe ich hier ein Video von Moritz Neumeier gepostet:
→ „Wir sind Schuld!“

Darin beschreibt er, dass nicht nur Großkonzerne an der zunehmenden Vermüllung und Umweltbelastung Schuld sind, sondern dass wir als Konsumenten Einfluss darauf haben, was wir kaufen, und somit auch darauf, was Unternehmen produzieren. Nach dem Motto: Die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Dem Stimme ich weitestgehend zu.
Wir haben als Verbraucher wirklich einen gewissen Einfluss und können durch unser Konsumverhalten bis zu einem bestimmten Maße positive Veränderungen bewirken.

Allerdings ist die Situation wesentlich komplexer und es gibt meiner Meinung nach drei grundlegende Hindernisse, die der ersehnten positiven Veränderung massiv im Wege stehen:

  • Menschen sind tendenziell träge.
  • Großkonzerne sind tendenziell geldgeil.
  • Die Politik tanzt tendenziell nach der Pfeife der Großkonzerne.

Selbst wenn der träge Durchschnittsmensch sich irgendwann dazu durchgerungen hat zu einem Ökostromanbieter zu wechseln, Plastik im Supermarkt zu vermeiden, mehr den öffentlichen Nahverkehr statt das eigene Auto zu nutzen, weniger Fleisch zu essen und so weiter und so fort… Selbst dann können wir noch nicht davon ausgehen, dass die positiven Veränderungen, die wir uns durch die Verhaltensumstellung erhoffen, ausreichen werden, um den Klimawandel und die Vermüllung der Umwelt aufzuhalten.
Außerdem dauert es viel zu lange Menschen von dem positiven Effekt zu überzeugen und „umzugewöhnen“.

Und mal ganz ehrlich:
Welcher normale Mensch mit einem 30- bis 40-Stunden-Job und/oder fulltime Familie bei durchschnittlich suboptimalen finanziellen Verhältnissen und steigendem Stress-Level hat Bock sich in der spärlich gesäten Freizeit Gedanken über nachhaltigere Alternativen zu den bisher gekauften konventionellen Produkten zu machen?
Denn dabei gibt es wirklich verdammt viele Dinge zu bedenken:
Ist es sinnvoller FairTrade- oder Bio-Produkte zu kaufen, wenn man vor die Wahl gestellt wird? Ist der FairTrade-Bio-Schokoaufstrich auch noch nachhaltig, wenn Palmöl drin ist? Darf ich die regionale Bio-Salami in der Plastikverpackung kaufen? Ist die Ökobilanz einer Papiertüte wirklich besser als die einer Plastiktüte? Ist das Elektro-Auto tatsächlich eine gute Alternative, wenn die Herstellung und Entsorgung eines Lithium-Ionen-Akkus so problematisch ist?

So könnte das mit den Fragen ewig weitergehen.
Und so muss sich jeder einzelne Konsument mühsam über das Für und Wider eines jeden Produktes informieren, wenn er einen positiven Einfluss ausüben möchte.
Die Politik und die Großkonzerne haben alle Verantwortung an den Verbraucher abgegeben.

Weshalb müssen wir die Müllabfuhr bezahlen, wenn es die Konzerne sind, die Müll im Übermaß herstellen? Wären die Produkte langlebiger/hochwertiger und anders verpackt (z.B. im Pfandbehälter oder unverpackt), dann hätten wir kaum Müll.

Warum müssen wir für umweltfreundlichere E-Autos mehr bezahlen als für dreckige Diesel? (Mit bestem Dank an die Autolobby)
Und warum wird der Nahverkehr immer unbezahlbarer?

Warum ist FairTrade nicht Standard? Wollen wir nicht alle fair für unsere Arbeit bezahlt werden?
Weshalb ist Bio nicht Standard?
Warum werden bekanntermaßen umweltschädliche und menschenunwürdige Produktionsweisen nicht automatisch mit hohen Geld- und Gefängisstrafen belegt?
Warum dürfen sich Unternehmen Wasserquellen aneignen und das dort geschöpfte Wasser überteuert verkaufen?

Unterm Schlussstrich dreht sich alles nur um eins:
Geld

Aus diesem Grund werden die Großkonzerne nicht von selbst auf die Idee kommen nachhaltiger zu handeln: Sie wollen Profit machen. Das ist ihr einziges Ziel. Sie investieren Unsummen in Werbung, die uns gekonnt weis macht, dass wir Dinge haben wollen, die wir gar nicht brauchen. Sie bauen Sollbruchstellen in Geräte ein, so dass diese schneller als nötig kaputt gehen, nur damit wir weiter kaufen und kaufen und ein paar Wenige an der Spitze in Geld schwimmen können.

Eigentlich müsste die Politik einschreiten und die Grundlage für den nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen schaffen. Jedoch stehen wirtschaftliche Interessen oftmals über allem anderen. So ist es beispielsweise populärer auf unendliches Wirtschaftswachstum zu setzen statt der Realität ins Auge zu blicken und den endlichen Planeten zu sehen, der aktuell total heruntergewirtschaftet wird.

Anstatt die Schuld auf den Einzelnen abzuwälzen und dem Verbraucher unentwegt ein schlechtes Gewissen zu machen, sollten die Produzenten mehr in die Verantwortung genommen werden und sich für nicht-nachhaltiges Wirtschaften rechtfertigen müssen.

Doch wie kann man das erreichen?
Meiner Meinung nach reicht es nicht aus, dass der Verbraucher sich umweltfreundlich verhält. Es ist zwar wichtig und ein guter Anfang, aber genauso ist es unbedingt notwendig, dass die Politik gewisse Dinge ändert.

Deshalb müssen wir die Politik stärker darauf aufmerksam machen! Mehr auf die Straße gehen! Öfter auf Missstände hinweisen und nicht so schnell locker lassen!

Und wer ist nun schuld?
Antwort: Wir alle (Politik, Konzerne, Konsumenten, …). 

Wir sollten uns also nicht unnötig an Schuldzuweisungen aufhalten, sondern lieber die Energie darauf verwenden die Welt positiv zu verändern!

„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist.
Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“

Die Ärzte

ReThink, people!

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27. Aug 2018

Sag STOPP zu Plastikmüll!

Die Deutsche Umwelthilfe startet eine E-Mail-Aktion für den Meeresschutz!

Hier könnt ihr Angela Merkel dazu auffordern das Problem ernst zu nehmen und endlich zu handeln:

  • Führen Sie eine Ressourcensteuer ein – das Herstellen vieler Verpackungen muss auch viel kosten.
  • Setzen Sie sich für eine verbindliche Abgabe auf Plastiktüten ein.
  • Verbieten Sie Mikroplastik in Kosmetika und Reinigungsmitteln.
  • Führen Sie eine verpflichtende Mehrwegquote für Getränkeverpackungen ein.
  • Weiten Sie das Pflichtpfand auf alle Einweg-Getränkeflaschen aus Plastik aus.

→ zur E-Mail-Aktion auf duh.de

Denn für unsere Erde gibt es keinen Plan B!

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2. Sep 2016

Bielefeld geldfrei-er-leben

Bielefeld geldfrei-er-leben

© rethink-recycle.net

Am Samstag, den 10.September 2016, findet auf dem Siggi von 15 bis 18 Uhr ein Aktionstag der Initiative „Bielefeld geldfrei-er-leben“ statt.
Es gibt kostenfreie vegane Kuchen/Eis, Schenkstände (Stände an denen Sachen verschenkt werden. Ja… das gibt es wirklich!) und darüber hinaus eine wichtige Botschaft, die ich sehr unterstützenswert finde!

 

→ Bielefeld geldfrei-er-leben (Facebook-Seite)

 

Veranstaltungsbeschreibung der Initiative

Wir leben in einer Überflussgesellschaft:

  • 1/3 der weltweit jährlich 4 Mrd. Tonnen produzierten Lebensmittel landen in der Tonne
  • 40-70 Kleidungsstücke konsumiert jede*r in Deutschland pro Jahr durchschnittlich
  • 1,8 Millionen Wohnungen stehen frei in Deutschland – Um die 300.000 Menschen leben ohne Obdach
  • 53 Millionen zugelassene Autos gibt es in Deutschland. Diese Autos bleiben im Schnitt 23 Stunden am Tag still stehen. Wenn sie sich die eine Stunde am Tag bewegen, sitzen nur 1,3 Person(en) darin

 

Es ist offensichtlich: Wir haben von vielem absolut mehr als genug. Am nachhaltigsten ist es daher keine weitere Nachfrage zu schaffen und stattdessen diese vorhandenen Ressourcen sinnvoll zu nutzen.

 

Welche Möglichkeiten bieten sich in Bielefeld für einen nachhaltigen Umgang mit diesem Überfluss? Wir stellen Projekte vor, die vorhandene Ressourcen geldfrei teilen. Wir laden dazu ein, zu Fragen wie:

  • Welche Handlungsstrategien eignen sich, um der momentanen Produktion von Überfluss entgegenzuwirken?
  • Wie kann nachhaltiges Leben aussehen und wie kann ich diese Nachhaltigkeit in meinen Alltag integrieren?
  • Welche Auswirkungen hat unser Leben in Wohlstand und Überfluss auf den Rest der Welt?

in den Austausch zu kommen.

 

Wo: Siegfriedplatz Bielefeld
Wann: 10.09.2016 15 Uhr – 18 Uhr
Was: Schenkstände, kostenfreies veganes Kuchenbüffet, Infostände zum Thema „geldfreie Angebote Bielefelds“, Live-Musik und Mitmach-Jamsession

 

Lasst uns gemeinsam Vorhandenes sinnvoll nutzen, um auf den Überfluss aufmerksam zu machen!
Lasst uns Alternativen entwickeln, Ideen realisieren, Utopien leben!

 

Großer Dank für Inspiration und Unterstützung geht an ‚living utopia‚.

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18. Mrz 2014

Einheitliche LadekabelStandardized charging cable

<!--:de-->Einheitliche Ladekabel<!--:--><!--:en-->Standardized charging cable<!--:-->

Ein Schritt in die richtige Richtung:

Ladekabel für Handys und Tablets sollen in der EU vereinheitlicht werden, um unnötigen Müll zu vermeiden!

 

Schon seit 5 Jahren gibt es das Vorhaben, doch erst in diesem Monat wird das EU-Parlament darüber abstimmen und dann haben die Mitgliedsstaaten noch 2 Jahre Zeit das Gesetzt umzusetzen.

 

Mehr dazu findet ihr auf chip.deA step in the right direction:

Charging Cables for Mobile Phones and Tablets shall be standardized in the EU to reduce unnecessary waste!

 

The plan already exists since 2009, but the EU-parliament is about to vote for it just this month. After that the EU member states have another 2 years time to implement the law.

 

More info at chip.de

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2. Sep 2017

Glaub nicht alles, was du siehst

Fake News: Das Thema scheint in diesem Blog zunächst vielleicht fehl am Platz.
Aber Bilder und Videos lassen sich immer leichter manipulieren und steuern so auch unsere Entscheidungen, Meinungen und Handlungen. Daher finde ich, dass eine Reportage, die darlegt wie einfach Manipulationen mit der heutigen Technik möglich sind, durchaus berechtigt in jeder Art von Blog, die Fotos und Videos anderer Quellen teilen. 😉

→ „Das manipulierte Bild“ (3sat.de)

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8. Aug 2017

Hilf mit, stopp die Plastik-Flut

Immer mehr Plastikmüll landet in unseren Meeren, tausende Tiere verenden daran. Als Mikroplastik landet er am Ende auch auf unseren Tellern. Die EU will endlich handeln, aber die Plastik-Hersteller wollen die Pläne verwässern.

 

Campact hat eine Petition gestartet:

→ campact.de

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25. Mai 2017

Verpackungen genau ansehen

Aktuell stattfindende Flohmärkte

© rethink-recycle.net

Manchmal lohnt es sich, dass man sich Verpackungen genauer anschaut. Zunächst dachte ich hier handele es sich um eine normale Plastikfolie, aber innen steht ein Hinweis, dass das Produkt mit NatureFlex-Folie verpackt wurde, die anscheinend nach etwa 42 Tagen im Kompost abgebaut wird…

 

Wäre ja sehr cool! Hat jemand Erfahrung damit?

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3. Nov 2018

Trash Up - Das Upcycling-Festival

Trash Up - Das Upcycling-Festival © trashup-dortmund.de

Am 10. + 11. November 2018 findet zum dritten Mal das Trash Up Festival in Dortmund statt.

Neben einem Upcycling-Markt gibt es Workshop-Angebote für die ganze Familie, Vorträge, Erfahrungsberichte, eine Ausstellung und die Möglichkeit etwas zu essen.

Freiräume schaffen für Illusionen und Utopien sind ebenso Bestandteil des Festivals wie die Präsentation handfester Fakten und praktischer Tipps für den bewussteren Umgang mit irdischen Ressourcen und der Reduzierung von Abfall.

Weitere Informationen auf der Festival-Seite:
→ trashup-dortmund.de

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1. Mrz 2017

Mumbai Beach

An den Stränden von Mumbai werden Unmengen an Müll angeschwemmt. Der Großteil davon ist Plastikmüll.
Eines Tages war es Afroz Shah zu viel: Er zog sich Handschuhe an und fing an den Müll aufzuräumen. Nach und nach kamen immer Mehr Menschen hinzu, die halfen…

 

Oft muss eben nur einer den Anfang machen…!
Seht es euch an und versucht selbst weniger Müll zu produzieren.

 

 

Auch sehenswert in dem Zusammenhang:
“Der Schmutzfluss – Bootsfahrt über Plastikflaschen”
(WDR-Beitrag vom 27.07.2016)

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27. Jul 2016

Die Hosentasche

Die Hosentasche

© rethink-recycle.net

Für die „Hosentasche“ braucht man eine alte Hose, nach Möglichkeit eine Nähmaschine, natürlich Nadel & Faden und etwas Zeit.. 😉

 

Man schneidet die Hosenbeine ab (Vorsicht: nicht zu knapp!) und näht den übrig gebliebenen kleinen Rest von links an den Schnittstellen wieder zusammen.

Aus den abgeschnittenen Hosenbeinen werden dann noch Trageriemen genäht und für eine praktischere Handhabung kann man ein Stück Draht durch das Innere des Hosenbundes ziehen.

 

Schließlich kann man noch je nach Lust und Laune einen Reißverschluss, Knöpfe oder ein Innenfutter ein- oder schicke Patches aufnähen.

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12. Jul 2016

Lulu - Dans Ma Rue

lulu-dans-ma-rue

 

In dem kleinen Kiosk werden Dienstleistungen vermittelt. Er ist das Bindeglied zwischen Menschen, die jemanden brauchen, der kleinere Handwerksarbeiten verrichtet, die Kinder hütet oder Hemden bügelt – und jenen, die solche Dienste gegen ein kleines Entgelt anbieten.

 

→ Artikel auf brandeins.de

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20. Jan 2016

Die Schallschale!The Vinyl-Bowl

Platt war gestern!

 

Habt ihr noch alte Schallplatten zu Hause rumstehen, die nichts Wert sind und eigentlich nur im Keller rumstehen??

Dann nichts wie ran an die platten Dinger! Wir machen da jetzt Schalen draus (Vorsicht – Das ist nichts für Vinyl-Liebhaber):

 

Ihr braucht dafür eine Schallplatte eurer Wahl (auf dem Flohmarkt gibt es auch immer welche für 50 Cent) und einen relativ hohen und schmalen hitzebeständigen Topf (Blumentopf funktioniert auch).

 

Ihr schiebt das Rost in eurem Backofen in die unterste Schiene, stellt den Topf darauf und legt die Schallplatte auf den Topf. Der Backofen muss nun auf ca. 60°C geheitzt werden. Nach ein paar Minuten seht ihr schon wie sich das Vinyl langsam verformt. Wenn es dann ziemlich schlaff herunterhängt müsst ihr am besten Handschuhe anziehen und dann schnell sein, denn sobald ihr die unplatte Schallplatte aus dem Ofen genommen habt wird sie sehr schnell wieder fest.

Daher müsst ihr in den euch verbleibenden Sekunden aufpassen, dass ihr nicht versehentlich eine Delle in die Schale haut, wo gar keine hin soll..

 

<!--:de-->Die Schallschale!<!--:--><!--:en-->The Vinyl-Bowl<!--:-->

Frohes Verformen! 🙂Do you still have old records lying around? Why not make a bowl out of it?

 

Just put the vinyl-record vor a few minutes into the oven (not more than ~60°C and on top of a heat resistant pot). When the vinyl starts to weaken and the sides start hanging down take it out (Caution: it’s hot! Gloves may be helpful) and press it gently into the form you want. It will cool down and harden very quickly!

 

<!--:de-->Die Schallschale!<!--:--><!--:en-->The Vinyl-Bowl<!--:-->

Frohes Verformen! 🙂

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